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Unsere Walnußveredlung

Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts wurden im Rahmen eines Forschungsvorhabens der damaligen Forschungsstelle für Walnußveredlung- und züchtung der heutigen Versuchs- und forschungsanstalt für Wein- und Gartenbau in Geisenheim, in Mittel- und Osteuropa viele tausend wild wachsende Walnußbäume auf deren Ertragseigenschaften, Vitalität, Gesundheit, Frosthärte und Geschmack getestet. Die Erfolg versprechendsten wurden vegetativ vermehrt und in den Gartenbauzentren
des damaligen Deutschen Reiches weiterveredelt. Übrig geblieben sind nur wenige Herkünfte (Klone), die seit Jahrzehnten
mit Erfolg in Hausgärten und Plantagen angebaut werden.

Sehr schwierig ist die Technik der Veredlung, die nur von wenigen Spezialisten beherrscht wird. So entwickelte der bekannte Gartenbaulehrer und Fachbuchautor Rudolf Metzner in Weinsberg die Hausveredlung und in Geisenheim praktizierte Gartenbaumeister Albert Brauer mit viel Erfolg die Freilandveredlung.

Beide unterstützten unser Vorhaben, die Technik der Veredlung weiterzuentwickeln. Wie auch die Fachhochschule Geisenheim stellten sie Edelreismaterial und ausgesuchte Jungbäume aus ihren Betrieben zur Erstellung unseres Muttergartens zur Verfügung.

 
 
   
25-jähriger Muttergarten: Schnitt der Edelreiser
 
sortierte Unterlagen aus eigener Anzucht
 
 

Diese Anlage beheimatet inzwischen Material aus allen bedeutenden europäischen und überseeischen Herkünften.
Besonderen Wert legen wir auf eine regelmäßige amtliche Kontrolle auf viröse Schaderreger durch das DLR  (Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum) Rheinhessen-Nahe-Hunsrück in Bad Kreuznach. Auch die Anzucht von Unterlagen erfolgt im eigenen Betrieb. Damit schaffen wir die besten Vorraussetzungen für vitale Heister und gute Anwuchsraten.

   
maschinelle Veredlung
 
Pflanzung der jungen Veredlungen
 
 
 
   
gestäbte 1-jährige Veredlungen
 
2-jährige Veredlungen
 

Unsere Walnussveredlungen zeichnen sich durch folgende Eigenschaften aus:

 
  •  gerader Wuchs der Heister
  •  Winterhärte
  •  geringe Anfälligkeit gegenüber Spätfrösten
  •  früher sowie regelmäßiger Ertrag
  •  große, geschlossene Nußschale
  •  wohlschmeckende, leicht lösbare Kerne


Die maschinelle Walnussveredlung (Hausveredlung) ist mit der Technik der Rebenveredlung vergleichbar:

Mit Hilfe der "Rebenveredlungsmaschine mit Omega-Schnitt" der Firma Wagner, Friedelsheim, wird aus der einjährigen Unterlage

(Wildling von juglans regia oder juglans nigra) und dem ebenfalls einjährigen Edelreis ein Schnitt in Form des griechischen

Buchstaben "Omega" herausgestanzt.


Beide Teile passen  - wie beim Lego-Spielzeug -  haltbar zusammen.Nach dem Zusammenfügen werden die Wundstellen mit

Flüssigwachs behandelt. Die jungen Veredlungen - eingepackt in feuchten Torf - bleiben drei Wochen bei 30 - 32° Celsius im

Wärmeraum.

Danach sind im günstigen Falle 30% der so behandelten Pflanzen durch den Kallusring miteinander verwachsen. Nach dem

Sortieren erfolgt die Einlagerung in einem feuchten, frostsicheren Raum. Die Veredlung kann im November/Dezember oder im

zeitigen Frühjahr erfolgen. Im April werden die jungen Veredlungen dann in das Freiland ausgepflanzt.

Die einzelnen Vorgänge sind hier auf unserer Homepage bildlich dargestellt.



Die Freilandveredlung erfolgt auf zweiJahre alte Sämlinge jeweils im August, und mit Hilfe der Ring- und Platten - Okulation.

Das Walnuss-Edelauge stammt ebenfalls von zweijährigem Holz.

(Jeder Gärtner dürfte die verschiedenen Methoden beherrschen.)

Der verstorbene Gartenbauinspektor Brauer aus Geisenheim praktizierte diese Methode erfolgreich.

Sofern man die erforderlichen Unterlagen nicht selbst produzieren kann, empfiehlt sich der Kauf in einer Forstbaumschule.

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